
Es ist keine große Kunst, in Patagonien Tiere und Pflanzen zu beobachten, und es bedarf auch keiner besonderen Ausrüstung. Man muss einfach nur vorsichtig sein und dem sensiblen Ökosystem, in dem man sich bewegt, Respekt entgegenbringen. Idealerweise ist man mit wasserdichter Kleidung ausgestattet.
In ganz Chile gibt es keine für den Menschen gefährlichen Tiere, weder Raubtiere noch giftige Schlangen oder Ähnliches. Das größte Raubtier, der Puma, ist scheu und meidet die Menschen wenn möglich. Es gibt lediglich drei Arten von Giftspinnen, deren Bisse jedoch nicht viel Schaden anrichten. In Aysén trifft man vor allem auf Pumas, chilenische Waldkatzen, Magellan-Füchse, Südandenhirsche, Pudues, die kleinsten Hirsche der Welt, und südliche Fluss-Fischotter
Die Region Aysen eignet sich besonders zur Vogel-Beobachtung. Da nur wenig Menschen hierher kommen, haben die Tiere keine Angst vor ihnen, und man kann sich den Vögeln bis auf wenige Meter nähern. Es kann sogar passieren, dass ein neugieriger Rotkehltapaculo (Chucao) zu Ihnen kommt. Die am häufigsten zu beobachtenden Vögel sind der majestätische Kondor, Flamingos, Magellangänse, Schwarzzügelibisse, Chimangokarakaras, Falken, niedliche Eisvögel, witzige Rotkehltapaculos, Kolibris und viele Meeresvögel, unter anderen Kormorane, Humboldt-Pinguine und Albatrosse.
Da viele der hier lebenden Tiere vom Aussterben bedroht sind, werden ihre Lebensräume zu Nationalparks und Tierschutzgebieten erklärt. In den Gewässern der Fjorde und Kanäle tummeln sich verschiedene Sorten Delfine, Mähnenrobben und viele Seevögel.
Im immergrünen, dichten Urwald von Aysen wachsen hohe Coigües, Magnolienbäume, duftende Tepas, Lumas, Honig spendende Tiacas und Mañios, sowie im Unterholz Riesenrhabarber, mit dem Bambus verwandte Quilas, wilde Fuchsien und viele verschiedene Farne. Im Frühling (Oktober bis Dezember) zeigen zarte Orchideen (codonorchis lessonii) ihre Blüten zwischen Farnen und Moosen im Nationalpark Queulat.
In den Hochgebirgsregionen der Anden wachsen schöne Südbuchen, deren Blätter sich im Herbst sattrot verfärben. Auf der weniger dicht bewachsenen Patagonischen Pampa ducken sich niedrigere Bäume wie der Ñire vor dem Wind und Steppengräser wie Coiron oder Festuca Magellanica trotzen der Kälte und dem Schnee. Im Frühling bieten die mit leuchtend blauen, rosafarbenen, gelben und weißen Lupinen gesprenkelten Wegesränder dem Wanderer ein wahres Farbenspektakel.