Ein Geheimnis südlich der Stille

Lodge: Geschichte

Puyuhuapi: Patagonien Hotels, Lodge

Puyuhuapi Lodge & SPA liegt am Ufer der Dorita-Bucht, 209 Kilometer südlich von Chaiten und 215 Kilometer nördlich von Coyhaique. Die Lodge ist nur übers Wasser zu erreichen, in zehn Minuten bringt ein Boot unsere Besucher über den Kanal Puyuhuapi. Bis zum Dorf Puerto Puyuhuapi dauert es auf dem Wasserweg eine halbe Stunde.

Der Name Puyuhuapi kommt aus der Sprache der chilenischen Ureinwohner und bedeutet “Ort der Puyes”. Puyes sind kleine, als Delikatesse geschätzte Fische. Die Lodge ist umgeben von dreierlei Arten Wasser: Salzigem Meerwasser, süßem Flusswasser aus den Anden und bis zu 85 ºC heißem, sehr mineralhaltigem Thermalwasser, das sich hervorragend für therapeutische Zwecke eignet. Es kommt aus den Tiefen des Vulkangesteins des 2440 Meter hohen, aktiven Melimoyu. Er liegt an der Mündung des Palena-Flusses, gegenüber der Melinka-Insel.

Eberhard Kossmann, Präsident der Werft Astilleros Asenav aus Valdivia, segelte 1986 mit seiner Familie durch die Fjorde ab Puerto Montt gen Süden und fand in der Dorita-Bucht einen guten Ankerplatz, um Süßwasser nachzufüllen. Damals gab es an den Ufern der Bucht nur eine bescheidene kleine Unterkunft für wenige Gäste, die der Pionier Ernesto Hein aus Coyhaique einst gebaut hatte. Sie befand sich im Besitz einer Gläubigerbank, die wiederum die Hotelkonzession an kanadische Unternehmer vergeben hatte. Durch sie kamen vor allem nordamerikanische Fliegenfischer zur Dorita-Bucht, die mit Wasserflugzeugen eingeflogen wurden.

Die geschützt in einem bezaubernden südchilenischen Fjord gelegene Bucht mit ihrer magischen Schönheit, den heißen Thermalwässern und dem atemberaubenden Blick auf die patagonischen Anden und den unberührten Urwald ließ Kossmann nicht los. Drei Jahre später kehrte er zurück und es bot sich ihm die Möglichkeit, das Grundstück zu kaufen. Verzaubert von dem Ort, stellte er sich vor, ein Hotel zu bauen, dass modernen Komfort und patagonische Wildheit in sich vereinen sollte. Er betrachtete das raue Klima ebenso wie seine Unerfahrenheit im Tourismus und die Schwierigkeiten, die das Bauen an diesem abgelegenen Ort mit sich brachten, als persönliche Herausforderung. Hier sollte sein Tourismusprojekt entstehen.

Eine gemütliche Lodge von hoher Qualität mit Freiluftthermalbädern einerseits und überdachten Becken auf Höhe des Meeresspiegels andererseits: So stellte Kossmann sich sein Projekt vor. Er ging davon aus, dass es etwas Ähnliches sonst nicht gab und die Isoliertheit Patagoniens ein Vorteil war: Welcher andere Ort bot dem Besucher schon so eine Möglichkeit, den Alltag zu vergessen und unberührter Natur zu begegnen?